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"Cool zu wissen, dass hier noch nie ein Mensch war"

Höhlenforscher Clemens Tenreiter brachte dem 2 AL a spannende Einblicke in die Höhlen

rund um Bad Ischl

„Tourismus zum Anfassen“ heißt jene ITM-Stunde, in der sich der 2. Ala mit Mag. Lydia Vierthaler mit der regionalen Geografie des Salzkammergutes und insbesondere mit den Höhlen beschäftigt.

Während die Dachsteinhöhlen mehr als 100.000 Touristen pro Saison anziehen führte Clemens seine Zuhörer die in die unglaubliche Stille und Einsamkeit eines gigantischen Höhlensystems in den Bergen rund um unsere Stadt. Rund 17.000 Höhlen gibt es in Österreich, cirka 500 in Bad Ischl, 600 im Dachstein und über 1.300 im Toten Gebirge – also ein El Dorado für Höhlenfreaks aus ganz Europa, ja auch aus Übersee.

Wenn Clems von seinem Hobby erzählt, dem er praktisch jede freie Minute widmet, dann ist sein Vortrag voller Fachausdrücke und er beweist eine enorme wissenschaftliche Präzision: mit modernster GPS- und Digitaltechnik wird jeder Höhlengang protokolliert, kartiert und später am PC mit modernster Software aufbereitet.

Clemens skizzierte die verschiedenen Arten von Kalk und ihre Verkarstungsfähigkeit und brachte vor allem tolle Fotos aus dem Inneren unserer Berge – und da kann man auch schon mal Fledermäuse, Knochen von prähistorischen Elchen oder tote wie auch schlafende (!) Gämsen finden. In der Höhle geht kein Handy, funktioniert kein Funk, sieht man nur, soweit die eigene Lampe leuchtet und herrscht unglaubliche Stille.

Während die Temperaturen bei nur 2 – 4°C liegen, herrschen 100% Luftfeuchtigkeit – in jeder Ruhepause kühlt man also sofort aus und friert. Nicht jedermanns Sache – aber Clemens zeigte auch die starken Seiten seines Hobbies: immer wieder stößt er mit seinen Freunden in Bereiche vor, in die noch nie zuvor ein Mensch seinen Fuß gesetzt hatte – ein stolzes Gefühl.

Dass er gelegentlich auch bei Bergungen verletzter – und leider auch toter - Höhlenkameraden dabei sein muss, das war der Wermutstropfen am Ende seines Vortrages.

Der 2 AL a bedankt sich bei Clemens Tenreiter ganz herzlich für seinen Besuch und die spannenden Informationen mit spektakulären Fotos.

Bericht: Mag. Alfred Reimair

 

Dieser Beitrag wurde am Montag, 15. Mai 2017 gepostet.