LEONARDO-Projekt: Tourismusschüler auf kulinarischer Erkundungstour in Italien
Mit ihren Kochkünsten brachten es die jungen Ischler bis ins Lokal-TV von la Spezia
„Wenn man die Arbeit mit Freude und Spaß macht, dann geht gleich alles viel leichter von der Hand“ meint lachend Erwin Zelder, einer der 12 Schüler der Tourismusschulen Salzkammergut, der im Rahmen eines dreiwöchigen Aufenthaltes in der italienischen Hafenstadt La Spezia viele interessante Erfahrungen machen konnte.
Sebastian Seiter und Erwin Zelder bei der Arbeit als Patissiers
„EURODOFI“ ist der amtliche Titel eines Leonardo-da-Vinci-Mobilitätsprogrammes, mit dem die Europäische Union berufsbezogene Auslandsprojekte unterstützt. Das Kürzel steht für „dolce filo“, was mit „Europas süßer Faden“ übersetzt werden kann: Inhalt dieses Programmes war es demnach, regionale Süß- und Mehlspeisen in eigner Praxiserfahrung kennen- und auch herstellen zu lernen.
Eine erste Kostprobe
Waren schon vor Weihnachten 16 junge Italiener im Salzkammergut zu Gast gewesen (also zur Zeit des Kekse Backens) , so arbeiteten vor Ostern 12 junge Damen und Herren der Ischler Tourismusschulen in Bäckereien und Konditoreien der ligurischen Hafenstadt und sammelten dabei nicht nur fachliche, sondern auch sprachliche und viele menschliche Erfahrungen. Eine Reihe von Betriebsbesichtigungen – in der berühmten Konditorei Gemmi in La Spezia, einem gehobenen Hotel in Viareggio und einer Weinkellerei – sowie Unterrichtsbesuche bei ihren italienischen Projektpartnern ergänzten das berufsbezogene Programm. An den Wochenenden konnten die benachbarten Kulturmetropolen Pisa, Florenz und Genua sowie die berühmten Marmorsteinbrüche von Carrara besichtigt werden.
Was der Zauner für Ischl ist die Konditorei Gemmi für La Spezia
Hier konnte den Profis ausführlich zugeschaut werden
Die jungen Gastronomen gestalteten auch einen kulinarischen Österreichabend, ihr Dreigangmenü mit Grießnockerlsuppe, Tafelspitz und Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster brachte sie in die Kochsendung der lokalen Fernsehstation und trug ihnen viele Komplimente seitens der Gastgeber ein. Passend zur Osterzeit lernten sie, saisontypische Süßspeisen zu produzieren – wie etwa die großen Schokolade-Ostereier oder die „Colomba“, ein in Italien zur Osterzeit sehr beliebter Kuchen in Form einer Taube.
Es wurde ein sehr erfolgreicher Koch-Abend mit einem klassischem Österreich-Menü
„Unsere Schüler haben natürlich fachlich, vor allem menschlich enorm profitiert“ erklären Mag. Theresa Gruber und FOL Siegfried Dobesberger, die gemeinsam mit Projektbetreuerin Mag. Monika Eßl die jungen Ischler begleitet und unterstützt haben. „Sie haben an Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit gewonnen, haben sich erfolgreich in fremder Umgebung und überdies in einer Fremdsprache behauptet“. Dies ist umso beachtenswerter, da gar nicht alle Teilnehmer über italienische Vorkenntnisse verfügten. Solche Auslandspraktika verbessern die Kommunikationsfähigkeit – verbal und nonverbal – ganz eindeutig, die jungen Menschen werden toleranter und anderen Kulturen gegenüber aufgeschlossener.
Spaziergang am Strand
Der toskanische Foto-Klassiker: ja, er ist tatsächlich schief!!!
Kürzlich fand in La Spezia die Abschlussbesprechung und Evaluierung dieses Projektes statt, bei dem insgesamt 5 Nationen teilgenommen hatten. Auf Grund der äußerst positiven Erfahrungen sowohl der Teilnehmer, als auch der jeweiligen Gastgeber wurde eine erneute Durchführung für das nächste Schuljahr bewilligt. Dank des Engagements von Mag. Monika Eßl werden also wieder junge Menschen aus dem Salzkammergut die Chance bekommen, Branchenkenntnisse, Sprachen und Alltagskultur eines europäischen Nachbarlandes zu erleben.
Viele Kontakte und Freundschaften konnten geknüpft werden, der Europa-Gedanke wurde ehrlich und vielfältig gelebt...
... und wie seit ewigen Zeiten scheinen sich Gegensätze magisch anzuziehen!
Mag. Alfred Reimair
















